Der Hahn - ohne Sockel- mit Standplatte
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P025
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Der Hahn - ohne Sockel- mit Standplatte handsigniert, datiert ausführliche Informationen: www.meyring.de 1984 Bronzeguß 89 cm
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Original
94 cm
Hahn mit Sockel Preis auf Anfrage
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Lasst uns über den Hahn plaudern:
Das gängigste Motiv für den westlichen Menschen ist der Hahn auf der Kirchturmspitze, wie das Kreuz in der Kirche, so dass sich nur wenige fragen, welche Symbolik darin verborgen ist. Wenn ich nun einen Hahn erarbeitet habe, so wird das Sie vielleicht zu der Frage nach dem Woher und dem Warum anregen.
Geht man in das Alte Testament zurück, so wird auf die besondere Klugheit und Wachsamkeit des Hahns hingewiesen. Qualitäten, die sowohl dem Symbol für die persischen Lichtgottheiten als auch den antiken Vorstellungen entsprechen. Für die Bildwelt des Mittelalters ist besonders die Stelle im Markus-Evangelium von Bedeutung, in der auf die Verleugnung Petri hingewiesen wird und die Stelle, die die Vorhersage durch Christus beschreibt. Hier heißt es: "Da sagte Petrus zu ihm - auch wenn alle an Dir Anstoß nehmen - ich nicht! Jesus antwortete ihm: Ich sage Dir: Noch heute Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen." Aufgrund der Verleugnungsszene wird der Hahn als Rufer und Mahner bezeichnet. Seine besondere Wachsamkeit wird in den Quellen immer hervorgehoben. So wir der Hahn erhöht auf einer Säule dargestellt, ein Motiv, das sich vom gallo-römischen Merkur ableitet.
Das regelmäßige Krähen des Hahns in den frühen Morgenstunden spielte aber auch eine Rolle in der Zeiteinteilung, z.B. im "ad gallicium" genannten Morgenhymnus der Klöster. Er wurde der Rufer, der vor Ausbruch des Tages die säumigen Christen zum Gebet ruft und zur Einkehr mahnt.
Die früheste Erwähnung eines Turmhahnes stammt aus dem 9. Jahrhundert. Rampertus, Bischof von Brescia, ließ 820 einen Hahn für seine Kirche gießen. Auch Hahndarstellungen auf Uhren - z.B. auf der astronomischen Uhr im Straßburger Münster - gehören in diesen Zusammenhang.
Weiterhin erscheint der Hahn als ein Symbol des reuigen Sünders (Dürer "Der verlorene Sohn") sowie für "Liberalitas" (Güte, Freigebigkeit) und "Sapientia Divina" (göttliche Weisheit). Der Hahn symbolisier aus seiner christlichen Religiosität auch die Auferstehung, die Erweckung der Welt unter der neuen Ordnung.
Weltlich ist ein häufiges Bildthema, das den kämpferischen und schützenden Hahn zeigt. So gilt der weiße Hahn als besonders tapfer, der sogar den Löwen zu verscheuchen mag. Er verteidigt seine Hühner vor den Schlangen und Füchsen. Hahnenkampfdarstellungen kommen auch auf antiken Sarkophagen und in der Buchmalerei vor. Hier wird der Hahn vorwiegend als siegender Kämpfer dargestellt.
Wegen seines Fortpflanzungstriebes ist der Hahn jedoch vor allem ein Symbol der Fruchtbarkeit und wird deshalb in vielen Kulturen als Männlichkeitssymbol gedeutet. In der antiken Literatur wird er den kreißenden Frauen zugeordnet, und in der italienischen Malerei auch Geburtsszenen. In negativer Auslegung kann der Hahn auch als Symbol der Unkeuschheit und des Männerwahns gedeutet werden.
Betrachte man nun vor diesem Hintergrund meinen Hahn, betrachtet die filigranen Gliedmaße, die
abgeknickten Flügel, das jämmerlich zerzauste , sonst so stolze Schwanzgefieder, den schmalen,, lang aufgereckten Hals auf einer nach vorne geworfenen , erhebenden Brust, so bildet sich eine bestimmte Symbolik heraus. Alle expressiven Kräfte dieser Skulptur bündeln sich im Kopf, dessen Kamm zerfleddert ist. Überdeutlich sind die weit aufgerissenen Augen und der weit aufgerissene Schnabel, der allen Schmerz in Wut hinausschreit. Trotz aller Kämpfe und Schmisse, die er erleiden musste, steht er im wahrsten Sinne des Wortes aufrecht und schreit sein Dennoch in die Welt.
Dieser Hahn ist der Mahner, der Rufer, der Zornige, der Kämpfende, der körperlich gebrochen unterlegen ist, aber trotzdem aufrecht dasteht, um seine Meinung hervorzuschreien. Der Triumph der Idee und des Geistes.
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