Die Liegende
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P056
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Die Liegende handsigniert, datiert, nummeriert 1998
Limitierte Auflage: 145 Exemplare Bronze Höhe: 11 cm
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Lasst uns über die Liegende plaudern.
Wer in der Kunstgeschichte herumwühlt, der findet drei Typen von Skulpturen einer liegenden Frau.
Die fruchtbare, gebärende, erdige Frau wird meistens in älteren Kulturen dargestellt und diente überwiegend kultischen Bräuchen. In der aztekischen Kultur der Maya findet sich die liegende Figur in Gestalt des steinernen Chacmol, eines Opfersteines. In der Ausstellung Die Königsgräber von Sipèn" in der Kunsthalle/Bonn wurden Liegende gezeigt, die sich scheinbar direkt auf Geburtsszenen bezogen.
Henry Moore war der Bildhauer des vergangenen Jahrhunderts, der die Reclining Figure zu seinem Thema gemacht hat. Seine Liegenden sind Symbole für die Frau, als Ideal der Fruchtbarkeit, Symbole des großen Weiblichen, der Mutter Erde. Henry Moore gliederte auch seine Skulpturen in mehrere Teile, wobei dieses Zerstückelungsmotiv archetypisch ist und in Verbindung mit Mythen und Riten der Wiedergeburt steht.
Ein anderer Typ bezieht sich naturgemäß auf den Schlaf und als dessen Bruder, den Tod. So finden sich frühe Darstellungen auf etruskischen und lykischen Sarkophagen. Die Dargestellten sind seitwärts gelagert und zeigen mit weit geöffneten Augen die Lebenden und nicht die Toten. Die Hände sind im Zeigegestus nach vorne gerichtet als kommunizierten sie mit dem Betrachter.
In der christlichen Kunst ist die liegende Frau als Skulptur vergleichsweise selten anzutreffen. Die sogenannten Maria-Schlaf-Altäre der Gotik zeigen die tote Maria in ihrem Bett liegen.
Lösgelöst von diesen Sinngehalten wagten Künstler in der letzten Jahrhunderten Darstellungsformen, die die Frau als kühle, marmorne ,leicht bekleidet, voyeuristische, nackte Person von großer Klarheit und Kälte darstellten. In der Malerei war die liegende, luftig bekleidete Frau immer ein beliebtes Thema. Man ließ keine Gelegenheit aus, den weiblichen Körper auffallend häufig in einem religiösen Zusammenhang darzustellen.
Die Bildhauerei hat sich erstaunliche wenig dieses Themas angenommen. So hat Michelangelo nur in den Figuren der Medici-Kapelle liegende Frauen ge-schaffen. Sehr populär sind die Arbeiten von Bruno Bruni, der die Frau vorzüglich in ihrer unschuldigen Kindhaftigkeit darstellt.
Ganz anders habe ich versucht, mich dem Thema zu nähern. Ich wollte weder die brunisch voyeuristische Leichtigkeit, noch die Erdigkeit eines Henry Moore.
Mir viel auf, dass mir kein Bildhauer bekannt ist, der die selbstbewusste, eigenständige Frau als Liegende dargestellt hat.
Der schwierigste und wichtigste Teil der Arbeit war das Zusammenspiel des weitsichtigen, nach vorne gerichteten, aufrechten Kopfes mit dem schlanken Hals als Verbindung zu dem Spiel der Brust mit dem in sich ruhendem Körper. ( in Arbeit!!!!! )
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